Manifest für digitale Kultur

Work in progress.

Präambel

Wir erkennen den digitalen Raum als kulturellen Raum. Wir nehmen ihn an – als Möglichkeit. Wir übernehmen Verantwortung für das, was wir in ihm erschaffen.

Durch unser Handeln und Sprechen können wir selbst beeinflussen, wie unsere digitale Kultur gestaltet ist. Darin liegen eine große Verantwortung und ein großes Potential.

Wir beginnen jetzt damit, digitale Kultur zu erschaffen.

1. Bewusstsein ist der Schlüssel

Durch ein Bewusstsein für uns selbst und die Menschen um uns herum erkennen wir konkrete Koordinaten und Beziehungsachsen. So können wir im Unendlichen des virtuellen Raumes selbstbewusst Verortung erfahren und aus Blasen ausbrechen.

Bewegung ist der erste Impuls, um gestaltend tätig zu werden. Wir schaffen Resonanz durch ⁠Bewegung, statt in Selbstbespiegelung und Posen zu erstarren.

2.⁠ Wir erheben unsere ureigene Stimme.

Und erklären unsere Worte, unsere Bilder und unsere Gedanken für unverkäuflich.

3. Bewertung muss anders

Wir befreien uns aus der Gängelung der permanenten Bewertung und definieren “Wert” als ver-handelbar.

4.⁠ Das Netz ist für uns da.

Nicht das letzte Wort zählt, sondern der gemeinsame Raum dazwischen. Wir wollen Austausch, keine Siege und gegenseitiges Übertrumpfen. Die Grenze des Handlungsspielraums meines Gegenübers setzt meine eigene Freiheit in Relation. Gleichzeitig wird man am Du zum ich.

Wir suchen Verbindungen, die für uns wertvoll sind. Wir werden uns an unsere Gemeinsamkeiten erinnern.

5.⁠ Wir sind keine Marken, wir sind Menschen.

Wir ringen uns aus dem Würgegriff der Darstellung eines menschlichen USPs. Wir eröffnen Spielraum für Verwandlung – unendlich in seiner Möglichkeit, konkret im Ausdruck.

6. Wir misstrauen der Vereinfachung – und feiern Komplexität

Wahrheit ist kein Code und Code ist keine Wahrheit, sondern nur eine Anordnung von 1en und 0en. Die digitale Welt zwingt uns in ein Entweder-Oder.

Wir lassen die Gleichzeitigkeit von 1 und 0 zu.

7. Erfahrungen sind stärker als Meinungen. ⁠

Nicht das Lauteste zählt, sondern das Erlebte. Erfahrungen verbinden, Meinungen trennen. Erzählte Erfahrung schafft Sicherheit, indem wir voneinander lernen und miteinander wachsen.

8.⁠ Zuschreibungen sind toxisch.

Jedes Positive enthält ein Negatives. Jedes Negative erzeugt ein Positives. Wir erkennen an, dass nichts nur eine Seite hat. In dieser Spannung liegt unsere Fähigkeit zur Gestaltung. Wir fokussieren uns auf diese Fähigkeit.

9. Wir kümmern uns um digitale Kultur

Denn sie ist das, was uns verbindet.

Epilog

Diese Dinge sind keine Widersprüche, sondern sie durchdringen sich, sie ergänzen einander, und wirken aufeinander ein:

Wissenschaft und Kunst
Technik und menschliches Gestalten
Business und Performance
Veränderung und Sicherheit
Vernetzung und Verortung
Digitalisierung und Kultur
Wort und Tat

Dr. Stephanie Bretz & Mareile Blendl

https://masterplan.academy/manifest-fuer-digitale-kultur